Königspalast von Portici und das Herculansche Museum

Königspalast von Portici und das Herculansche Museum

Via Università
80055 portici, NA
Italien

Beschreibung:

Der Königspalast von Portici ist ein historisches Herrenhaus von König Karl und wurde als königlicher Palast für die Dynastie der Bourbonen von Neapel gebaut, noch bevor der eindrucksvolle Palast von Caserta errichtet wurde. Er befindet sich nur wenige Meter von den Ausgrabungsstätten in Ercolano, in der Gemeinde Portici, in einem großen Park mit einem Skulpturengarten sowie einem Amphitheater.

König Karl und seine Frau Maria Amalia von Sachsen waren beim Besuch der Villa des Herzogs von Elboeuf von der Schönheit des Ortes so beeindruckt, dass sie beschlossen, einen Amtssitz in dieser Gegend zu bauen. Die Arbeiten dazu begannen im Jahre 1738 mit einem Architektur-Projekt im Auftrag von Antonio Canevari, der auch mit anderen in der damaligen Zeit populären Architekten zusammen arbeitete. Eine Reihe von Palästen und Adelsresidenzen wurden beim Bau des
Fundamentes entdeckt; dies führte auch zu einer Reihe von Ausgrabungen, die die Entdeckung vieler Kunstwerke von archäologischem Wert zur Folge hatten, einschließlich eines echten Tempels mit 24 Marmorsäulen. Diese Schätze wurden vorübergehend ins Museum von Portici, einem Nebengebäude der Accademia Ercolanese (der Lagerstätte für gefunden Objekte der Ausgrabungsstätte) gebracht. Das Herculansche Museum wurde 1758 von König Karl III eröffnet. Die wertvollen Objekte die in der Ausgrabungsstätte in Herculaneum und Pompeji ans Licht gebracht wurden führten zur Gründung dieses Museums welche sich schnell in den königlichen Zimmern ausbreiteten. In nur wenigen Jahren wurde die archäologische Sammlung um Wandmalereien, Mosaiken, Statuen aus Marmor, Bronze oder Terrakotta, wertvolle Münzen, Glas, Marmor und Gegenstände des täglichen Lebens erweitert.

Königspalast von Portici – Innenausstattung

Der Bau des neuen Palastes, dessen Dimension nicht allzu groß war, spornte auch den Bau von zahlreichen anderen historischen Häusern in der Gegend an, welche jetzt unter dem Namen Miglio D’oro (Goldmeile) bekannt sind.
Im Jahre 1799, während der französischen Revolution, floh der königliche Hof nach Palermo und nahm 60 Kisten voll mit Artefakten - bei einer weiteren Flucht in 1806 wurden 11 weitere Kisten mit Antiquitäten - mit sich. In diesem Jahr befahl Joseph Bonaparte, die verbliebenen Antiquitäten von Portici ins Museum von Neapel zu transportieren. Erst im Jahre 1818, bei der Rückkehr des königlichen Hofes der Bourbonen nach Neapel, wurden die aufbewahrten Kisten in Palermo ebenfalls ins neue Museum nach Neapel gebracht. Das brachte auch das Ende des Museums in Portici mit sich, wenngleich der Umzug der Wandmalereien bis ins Jahr 1827 dauerte.

Es war Joachim Murat, der den Palast von Grund auf mit französischen Möbel, geschmackvoll und bemerkenswert luxuriös ausstattete, während unter Ferdinand II. von Bourbon, der Palast an Neapel verkehrstechnisch angebunden wurde (Neapel-Portici Bahn) und Papst Pius IX zu Gast hatte. Schrittweise über Jahrzehnte hinweg wurde der Palast jedoch immer seltener frequentiert.
Heute beherbergt der ehemalige Königspalast die Fakultät für Landwirtschaft der Universität Neapel "Federico II".